Im zweiten Teil ging es um den Unterschied zwischen Ordnung, die ruht, und Ordnung, die kreist. Aber ein Strudel erhält sich, ohne sich vorzustellen. Ein Bakterium kreist, ohne ein Bild von sich zu halten. Und kein Maß an Komplexität auf dieser Ebene bringt je hervor, dass ein System eine Sicht auf seinen eigenen Zustand hat.
Um zum Geist zu kommen, fügt Schmieke deshalb nichts Komplizierteres hinzu — er fügt eine Ebene hinzu.
Die zweite Ebene
Über der Ebene dessen, was ein System ist, liegt eine zweite: was das System zu sein glaubt. Nicht die Einschätzung eines Außenstehenden, sondern die eigene, innere Verteilung — wo das System sich selbst vermutet. Und darauf läuft dieselbe Gleichung noch einmal, mit denselben drei Verben, nur mit anderer Bedeutung. Was sich setzt, ist nicht mehr Materie in Ordnung, sondern Überzeugung in Stimmigkeit.
Schmiekes Grundbehauptung über den Geist ist architektonisch: Es wurde nichts Neues dafür erfunden. Dieselbe Gleichung, die Unterscheidung ausbreitet und Leben erhält, ein Stockwerk höher angewandt, ist Schlussfolgern.
Und dann kommt der Riegel, der die ganze Theorie davor bewahrt, jeden statistischen Schatten zum Geist zu erklären.
„Ich weiß das doch alles“
Hier wird es für die Praxis interessant. Denn der häufigste Zustand, in dem Menschen zu mir kommen, ist nicht Unwissen. Es ist Wissen ohne Wirkung.
Jemand kann Ihnen in fünf Minuten erklären, warum er sich immer wieder dieselbe Sorte Partner sucht. Woher es kommt, wann es angefangen hat, welche Rolle die eigene Kindheit spielt. Die Karte ist gezeichnet, sie ist detailliert, sie ist wahrscheinlich sogar richtig. Und das Schiff fährt weiter denselben Kurs.
In Schmiekes Sprache ist das keine Willensschwäche und kein Widerstand. Es ist eine präzise beschreibbare Situation: Die Verteilung existiert, aber sie steht nicht im Kausalkreis. Sie verändert nicht, worauf das System zusteuert. Und solange sie das nicht tut, ist sie — technisch gesprochen — nicht die Überzeugung des Systems, sondern die Beschreibung eines Beobachters. Nur ist der Beobachter in diesem Fall man selbst.
Das ist, glaube ich, die genaueste Formulierung dessen, was ich sonst umständlich erkläre: warum Einsicht allein Muster nicht löst. Nicht weil Einsicht wertlos wäre. Sondern weil eine Einsicht, die nichts am Ruder ändert, in diesem Modell noch nicht die Sorte Ding ist, die etwas ändern könnte.
Neugier ist der Stoffwechsel des Geistes
Es bleibt eine Frage: Was hält diese zweite Ebene überhaupt in Bewegung? Denn eine Überzeugung, die man gegen feste Erfahrungen entspannen lässt, kommt zur Ruhe und hört auf zu schließen — genauso wie ein geschlossenes System ins Gleichgewicht läuft.
Was sie in Bewegung hält, ist Handlung. Das System sucht aktiv die Erfahrungen auf, die seine Unsicherheit am meisten verringern. Es tut etwas, um zu erfahren, wie es ist.
“Offenheit auf der Ebene des Körpers ist Stoffwechsel. Offenheit auf der Ebene der Überzeugung ist Neugier.”— Marcus Schmieke, sinngemäß
Ein Bakterium handelt, um zu fressen. Ein Mensch handelt, um zu wissen. Eine Galaxie tut keines von beidem.
Ein Nachtrag, der alles umdreht
Bis hierhin klang es, als würde der Geist auf dem Körper aufgebaut: erst Materie, dann eine Etage darüber die Überzeugung. Schmieke widerruft dieses Bild ausdrücklich — und der Widerruf ist keine Kleinigkeit, sondern die Position des ganzen Buches.
Die beiden Ebenen sind keine Stockwerke. Sie sind Geschwister: zwei Projektionen einer zugrundeliegenden Bewegung, wie Licht durch ein Prisma einen roten und einen blauen Strahl gibt. Und niemand fragt, wie der rote Strahl aus dem blauen gebaut ist.
Dieser Gedanke trägt den Rest der Serie. Er ist auch der Punkt, an dem Schmiekes Modell sich von fast allem unterscheidet, was sonst über Bewusstsein geschrieben wird — und Teil 5 wird zeigen, was daraus für die Meditation folgt.
Du weißt das alles schon — und es ändert sich nichts?
Das ist der häufigste Punkt, an dem Menschen stecken bleiben: Die Karte ist gezeichnet, das Schiff fährt trotzdem weiter denselben Kurs. Schildere mir deine Situation, und ich schaue mit der TimeWaver-Technologie in dein Informationsfeld: welche Muster dort gerade Resonanz zeigen. Du erhältst drei persönliche Impulse mit einem konkreten Ansatzpunkt.
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Häufige Fragen
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Dieser Artikel referiert Gedanken aus einem physikalisch-philosophischen Fachbuch und ist als Alltagsorientierung gedacht. Sämtliche Gedanken und Bilder stammen von Marcus Schmieke; die Zuordnungen zum Alltag sind meine eigenen Übertragungen und keine Aussagen des Buches. Die beschriebenen Impulse unterstützen das allgemeine Wohlbefinden und die ganzheitliche Balance. Sie stellen keine medizinische Diagnose dar, versprechen keine Heilung und ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Behandlung.
